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Viel höher als der Kölner Dom

Foto: Windenergieanlagen
14. Dezember 2011 1 Kommentar

Der Kölner Dom, die Stiftskirche obendrauf und noch fünfeinhalb Ratsmitglieder über einander gestapelt…
So hoch sollen die Windkrafträder werden, die sich demnächst in Bassum drehen sollen. Druckmittel: Fukushima und der Atomausstieg. Wer kritisch hinterfragt, ob es so oder anders gehen kann, wird mit einem Totschlagargument konfrontiert: Wollt ihr denn Atomenergie?

Es scheint, es gibt deswegen keine ernsthafte Diskussion mehr. Gewohnt an kritische Fragen, hören wir immer nur das „Argument“: Wenn ihr die kommenden Anträge nicht kritiklos absegnet, wollt ihr also Atomstrom.

Zu fragen ist aber:

Ist Bassum (bzw. die aktuellen Investorengruppe) allein  für den Atomausstieg zuständig?

Ist es überhaupt sinnvoll, fast dezentral für Deutschland nur im Norden eine sehr hohe Dichte von Windenergieanlagen (WEA) zu erstellen?

Was ist dem Stromtransport über welche Leitungen in den Süden Deutschlands - dort, wo der meiste Strom verbraucht wird?

Ist es sinnvoll, bei einem „Stromfraß“ von bis zu zehn Prozent (der Verlust der erzeugten Energiemenge über längere Transportstrecken) fast nur im Norden WEA zu errichten?

Wie werden die Anwohnerinnen und Anwohner vor zunehmender Belastung geschützt?

Es gab ja in Dimhausen eine lange und nicht verstummte Diskussion über die Belastung durch direkt angrenzende WEA. Und dazu haben wir eine ganz feste Position: Neuen, insbesondere höheren Anlagen als die 120 m hohen WEA werden wir nur dann zustimmen, wenn im Gegenzug 1 : 1 gleich die direkt neben Dimhausen WEA abgebaut werden. Das „Argument“, dies müsse sich wirtschaftlich rechnen, ist ein Scheinargument: Alles ist Förderung, ohne eine massive Subventionierung durch die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler wäre keine einzige WEA wirtschaftlich zu führen. Es geht also nicht um „Wirtschaftlichkeit“, sondern um noch mehr Förderung.

Unser Grundsatz ist aber ein noch anderer: Energieeinsparung ist am wichtigsten, dann folgt geänderte Energiegewinnung. Und das bedeutet: Wir sind energisch für energetische Sanierungsmaßnahmen, die sich natürlich nicht „amortisieren“ werden, wir werden kritisch bleiben bei Neuanschaffungen (Dienstwagen nur noch als Hybridfahrzeuge) und angeblich wegweisenden Neuerungen. Es ist erstaunlich und nicht zu rechtfertigen: In den Schulen des Landkreises haben wir nach aufwändigen Maßnahmen zwar weniger Heizkosten, aber deutlich höhere Stromkosten. Wenn wir statt der Schultafel Energie brauchende  „Whiteboards“ nehmen, ist das klar.

Der Kölner Dom, die Stiftskirche obendrauf und noch fünfeinhalb Ratsmitglieder über einander gestapelt… Das soll die Höhe der neuen WEA werden: 195 Meter!



 

1 Kommentar zu Viel höher als der Kölner Dom


S.Wolle

1

am 19. Dezember 2011 um 08:02 Uhr

Wenn man Zahlen und Pressemitteilung der Eon-Avacon Syke liest, ist im Einzugsgebiet der Avacon Syke ( Umfast den Landkreis Diepholz sowie Teile des Landkreis Oldenburg und Verden) bereits schon mehr als ausreichend für die Energiewende und somit auch für den Atomausstieg getan worden. Laut der Pressemitteilung (http://www.eon-avacon.com/CMS/Default.aspx?id=6953), in der es hauptsächlich um den nötigen Netzausbau geht, wurden in diesen Gebiet bereits Anlagen (alle erneuerbare Energieformen) mit einer Gesamtleistung von 250 Megawatt ans Netz angeschloßen. Der Maximale Verbrauch beträgt aber "nur" 135 Megawatt.


 

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