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Projekt für dieZukunft

Foto: Spatz
18. Januar 2012 1 Kommentar

Wer sehr viel erreichen will, hat mindestens genau so viele Gegner. Das war SPD und CDU bewusst, als sie in einem gemeinsamen Antrag von der Verwaltung Prüfungen für umfassende Änderungen im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienbetreuung erbaten.

SPD und CDU schlagen umfassende Änderungen im Jugend- und Familienbereich vor

Ausgangspunkt war die Landesförderung für Krippenplätze. SPD und CDU haben zum Ziel, die gesetzliche Mindestforderung zu übertreffen und ein ausreichendes Angebot für junge Familien zu schaffen. Momentan werden Neubau oder Umbau für Krippenplätze bezuschusst.
1. Forderung: Zu prüfen, wo Krippenplätze zu schaffen sind.

Gleichzeitig bedarf es einer baulichen Erneuerung im Kindergartenbereich. Sowohl die Gruppenräume selbst als auch das Umfeld (Parkplätze, Garten) im Kindergarten „KinderReich“ müssen erneuert werden.
2. Forderung: Umfang und Aufgaben für dieses Vorhaben zu prüfen.

Das Jugendhaus für die offene Jugendarbeit muss vollständig erneuert werden, gleichzeitig waren sich sämtliche Fraktionen einig über eine auch personelle Erweiterung dieses Angebots.
3. Forderung: Möglichkeiten für diese Ideen zu planen.

Die Stadt Bassum sieht, wie alle anderen Gemeinden auch, deutlich sinkenden Geburtenziffern entgegen. Daraus ergeben sich für die Schulstandorte zum Teil erhebliche Konsequenzen. SPD und CDU sind sich einig darüber, dass die Schulstandorte in den Ortsteilen Bramstedt, Neubruchhausen und Nordwohlde nicht zur Diskussion stehen. Zur Entwicklung und Förderung und aus ökologischen Gründen werden diese Schulstandorte beibehalten. Dieser Grundsatz steht unverrückbar nicht zur Diskussion.
4. Forderung: Möglichkeiten zur Steuerung des Schulangebots bei sinkenden Schülerzahlen am Schulstandort Bassum zu prüfen.

Die Stadt Bassum verfügt über Immobilien, die einer Pflege bedürfen, ohne dass die Nutzung vollständig dem Unterhaltungsaufwand entspricht. Wir wollen die Steuerbelastung aller Bassumerinnen und Bassumer, die sie für städtische Gebäude leisten, sinnvoll nutzen.
5. Forderung: Vorlage eines Gebäudekonzepts, das die familien- und jugendspezifischen Bedürfnisse befolgt.

Die Sportanlagen benötigen Pflege und Erweiterung. Auch dies ist ein Grundsatz, der nicht nur deutlich im Wahlkampf betont wurde, sondern schon durch einen Antrag der SPD gleich nach den Wahlen Niederschlag gefunden hat.
6. Forderung: Planungen für ein erweitertes Sportflächenangebot vorzubereiten.

Daraus ergeben sich nicht nur die Forderungen, sondern auch eine konkrete Überlegung.
Wir, SPD und CDU, möchten öffentlich folgende Idee mit allen Interessierten diskutieren:

Die Stadt Bassum richtet ein Kinder- und Familienzentrum ein, in dem Krippenplätze, der Kindergarten KinderReich, eventuell Hortplätze für die Nachmittagsbetreuung sowie ein Beratungs- und Informationsangebot für Eltern untergebracht werden. Bei zunehmend sinkenden Kinderzahlen könnte für dieses Zentrum die Grundschule „Am Petermoor“ genutzt werden, die jahrgangsweise in die Grundschule Mittelstraße umzieht, so dass nur dort die Einschulungen stattfinden.

Der Kindergarten KinderReich zieht entsprechend um. Neben dem bisherigen Kindergarten KinderReich wird dann nicht das Gebäude für die Krippenplätze errichtet, sondern dieser Platz („Bolzplatz“) wird vollständig dem Sport weiter zur Verfügung stehen, wobei die in einem Konzept noch näher zu bestimmenden Angebote wie Skaterbahn, weitere Sportflächen oder ein zentraler Kinderspielplatz berücksichtigt werden.

Das Jugendhaus und weitere Angebote könnten dann im umgebauten Kindergarten aufgenommen werden. Die „freien“ Angebote des Jugendhauses könnten hier mit der Vereinsarbeit direkt nebeneinander geführt werden, die Angebote für die offene Freizeitgestaltung (Skaterbahn, Hallenbad etc.) wären optimal zu erreichen.
Im ehemaligen Jugendhaus könnte dann der Tierpark-Förderverein die dringend benötigten Toiletten einrichten, dazu ev. einen Kiosk oder ein SB-Café für alle großen und alle kleinen Besucherinnen und Besucher des Tierparks.

Die Grundschulen in Bramstedt, Neubruchhausen und Nordwohlde bleiben langfristig erhalten.

Wir meinen, diese Ideen sind ein rundes Angebot für eine zukunftsweisende Entwicklung der Stadt. Sie berücksichtigen die Interessen aller Bassumerinnen und Bassumer zwischen 0 und 18 Jahren.
Dieser Prüfungsantrag wurde erstmals am 16.1.2012 im Jugend- und Sozialausschuss angesprochen, relativ ruhig. Im Schulausschuss vom 17.1.2012 gab es jedoch Proteste. Die bezogen sich jedoch nicht auf das Gesamtprüfungsangebot, sondern nur auf einen einzigen Punkt: die Grundschule Am Petermoor. Neben den Wortmeldungen der Lehrerinnen Buchwald-Wachendorf, Dehne, Binder (mehrmals) oder Babic gab es auch zwei Elternanfragen. Keinesfalls wurde aber das Gesamtkonzept angesprochen, sondern immer der eine Punkt: Erhaltet unsere Grundschule.

Es wurden einige Fragen gestellt, die wir schon beantwortet haben, aber hier noch einmal beantworten:
„Wird bei der Stadt nur wirtschaftlich gedacht?“
Nein.
„Sind dem Stadtrat die Konzepte bekannt, nach denen die Schulen geführt werden?“
Ja.
„Wird die Diskussion ergebnisoffen geführt?“
Nein. Die Gegner unseres Prüfungsantrags haben ja schon deutlich gemacht, dass sie nicht ergebnisoffen diskutieren wollen, sondern auf jeden Fall die Schule Am Petermoor erhalten wollen.
„Ist bekannt, dass es sich bei dieser Diskussion um Menschen und nicht nur um Gebäude handelt?“
Ja. Für alle Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren werden diese Pläne ja gemacht.

 



 

1 Kommentar zu Projekt für dieZukunft


Ursula Buchwald-Wachendorf

1

am 21. Januar 2012 um 22:14 Uhr

Beim Durchlesen dieser Seite fühle ich mich schon - nicht nur als Lehrerin der GS Petermoor, sondern auch als Schulleiterin, die 15 Jahre für Bassum Bildungspolitik betrieben hat (Ganztagschule, Englisch in der Grundschule, Neue Medien usw) , aufgerufen, einige Irrtümer aus dem Weg zu räumen:
Wie kann es sein, dass eine Fraktion sich nicht im Vorfeld mit den Fachleuten, die davon Ahnung haben, in Verbindung setzt und Information einholt für solch eine Entscheidung? Sie haben keine Informationen zum Klassenbildungserlass, der Verordnung für die Schulorganisation eingeholt. Sie wissen nichts über die Daten zur Mindestzügigkeit? Sie kennen nicht die Ausführungen zur Nachhaltigkeit schulorganisatorischer Entscheidungen.
Mit Ihrem Vorhaben, die drei, zukünftig teilweise "halbzügigen" Schulen auf Gedeih und Verderb bestehen zu lassen, beenden Sie nicht nur eine intakte zweizügige Schule mit Profil, wie es sich viele Schulträger sehnsüchtig wünschen, sondern Ihre Entscheidun g führt dazu, dass in ganz Bassum nur noch eine einzügige/1,5 bis manchmal zweizügige Schule bleibt. Das wollen Sie! Das ist die "zukunftsweisende Entwicklung" der SPD Fraktion. Aber seien Sie sicher: Das wollen nicht die Eltern!
Es ist pädagogisch - und wirtschaftlich sowieso - unsinnig, bei dem demografischen Wandel zukünftig mit 3 einzügigen Außenschulen, zu denen Bassumer Kinder gefahren werden müssen, und einer kleinen Stadtschule ein zukunftsfähiges Konzept für die Bassumer Kinder aufzubauen. Mehr gibt die Schülerzahl im Jahr 2017/18 nicht her. Sie brauchen differenzierte Bildungsangebote in jeder Schule! Sie brauchen 4 ausgebaute Ganztagsschulen! Sie brauchen attraktive Ganztagsbetreuungsangebote in jeder Schule. Sie brauchen in jeder Schule eine Mensa! Sie brauchen in jeder Schule Fachpersonal, das für die unterschiedlichen Fächer ausgebildet ist! Sie brauchen in jeder Schule eine Profilentwicklung! Das ist nicht möglich und nicht durchdacht.
Ursula Buchwald-Wachendorf


 

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