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26. Januar 2012 5 Kommentare

Sehr geehrter Herr Thrams,

in Ihrem gestern (25.1.) erschienenen Leserbrief in der Kreiszeitung bezeichnen Sie mich als überheblich, arrogant und unverständig den Sorgen der Eltern der Grundschule Petermoor gegenüber. Mit diesen Zuschreibungen charakterisieren Sie ebenfalls Dr. Christoph Lanzendörfer und Cathleen Schorling. Leider führen Sie das nicht weiter aus, so dass ich nicht sicher bin, worauf Sie Ihre Feststellung eigentlich gründen.

Hatte es damit zu tun, dass, wie ein Vater kritisierte, manchmal Kopfschütteln unsererseits zu sehen war? Wie hätten wir Ihrer Meinung nach auf die rhetorischen, größtenteils mit Vorwürfen gespickten Fragen der Lehrerinnen der Grundschule Petermoor reagieren sollen? Eine Frage wie „Kennen Sie eigentlich die Zahlen?“ beinhaltet schon die eigene Antwort „Nein!“ und will die von uns möglich gewesene Antwort „Ja!“ gar nicht hören. Eine Frage wie „Waren Sie schon mal in der Schule Petermoor?“ habe ich als genauso ärgerlich empfunden. Die anwesenden Lehrerinnen kennen mich und die von Ihnen beschimpften beiden Personen bereits seit  vielen Jahren und wissen, dass wir die Schulen besucht haben und sie wissen auch, dass wir in den Sitzungen, in denen von den Schulen die eigenen Konzepte vorgestellt wurden, anwesend waren, so dass wir von den Schulvertreterinnen höchstpersönlich informiert wurden.

Also noch einmal meine Frage: Was hätten wir tun sollen? Versteinert da sitzen und alles über uns ergehen lassen, so dass Sie hinterher gesagt hätten, wir wären desinteressiert gewesen? Hätten wir Sie anlächeln sollen, damit Sie anschließend hätten behaupten können, wir hätten uns über Sie lustig gemacht? Lieber Herr Thrams, seien Sie ehrlich: Es ist doch egal, was wir sagen, tun oder wie wir uns verhalten, Sie überziehen uns mit Ihren eigenen Vorurteilen.
Und die Sache mit der Politikverdrossenheit gebe ich gern an Sie zurück: Was glauben Sie, wie viele Menschen eigentlich noch Lust haben, sich kommunalpolitisch zu engagieren, wenn sie erleben, was sie in solchen Situationen aushalten müssen/sollen?

Mir ist auch nicht ersichtlich, wie Sie darauf kommen, dass es uns als Antragstellern lieber gewesen wäre, wenn das Thema nicht mehr angesprochen worden wäre. Fakt ist, dass der Antrag nicht auf der Tagesordnung stand und somit auch nicht diskutiert werden konnte.
Ein zweiter Fakt ist, dass der Antrag sich an die Verwaltung richtet mit der Bitte um Klärung bestimmter Fragen unter bestimmten Aspekten. Und diese Fragen sollten bis zum 30. März beantwortet werden. Keineswegs ist von einer Entscheidung bis dahin die Rede und schon gar nicht von einer Schließung dieser oder irgendeiner Schule zu diesem Zeitpunkt.

Wissen Sie was, Herr Thrams? Setzen Sie sich ein für Ihre Schule, holen Sie das Letzte aus sich heraus, um für den Standort zu kämpfen, damit erweisen Sie sich und allen Beteiligten einen großen Dienst. Und dann diskutieren Sie mit uns über Ihre Vorstellungen und wir reden mit Ihnen über unsere. Anschließend wird eine Entscheidung getroffen, die vielleicht anders aussieht, als Sie sich das wünschen. Dann würden Sie eine Erfahrung machen, die wir auch kennen: Wir setzen uns für unsere Zielvorstellungen ein und verlieren eine Abstimmung. Da gibt es dann eine andere Gruppe, der diese Entscheidung besser gefällt. Ich glaube, das nennt man Demokratie.

Ich habe nach der Sitzung mit einer Lehrerin über das Thema gesprochen, sie hat mir Vorwürfe gemacht und ich habe die Gelegenheit genutzt zu kontern. Wir sind nicht einig geworden, natürlich nicht. Aber wir hatten die Möglichkeit zur Auseinandersetzung und wir haben uns trotz gegenteiliger Ansichten respektiert und nicht beleidigt.

           Luzia Moldenhauer

Der Antragstext im Wortlaut

Antrag zur Initiative der CDU und SPD mit dem Ziel einer gemeinsamen Überlegung der Rats-Fraktionen der Stadt Bassum zur zukünftigen Strukturierung der Anforderungen einer zukunftsgerechten familienfreundlichen Gestaltung für den Bereich Familie, Kinder, Jugend

Herrn
Bürgermeister
W. Bäker
27211 Bassum 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Wilhelm,

im Rahmen der Diskussionen um die notwendigen Umsetzungen von Maßnahmen zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Krippen- und Hortalter ist zur Zeit ein Arbeitsauftrag zur Überlegung eines Neubaues bzw. einer Umstrukturierung älterer Gebäude, die sich im Stadtbesitz befinden, in Gang gesetzt worden. Diese Maßnahmen sollen möglichst kurzfristig umgesetzt werden, da bis 2013 eine Abrechnung aus den Zuschüssen erfolgen muss.

Unter Berücksichtigung der zurückgehenden Schülerzahlen wird die Stadt Bassum im Laufe der nächsten Jahre bezüglich der Schulstruktur eine Entscheidung treffen müssen. Eine mögliche Entscheidung in eine zukunftsweisende Richtung könnte aber auch schon jetzt erfolgen, um dann zielstrebig die vorhandene Gebäudestruktur in dieses Konzept mit einzubinden.
Dazu möchten wir anregen, mögliche Änderungen zu prüfen und diskutieren

1. Die Ansiedlung der Krippe und des Hortes erfolgt im Bereich des Standortes der Schule „Am Petermoor“.

2. Die Schule „Am Petermoor“ wird Stück für Stück mit der Schule „Mittelstraße“ zusammengeführt, um langfristig im Stadtzentrum die Schule „Mittelstraße“ als Grundschule zu bewirtschaften.

3. In gleichen Zügen wird der Kindergarten in die Schule „Am Petermoor“ verlagert.

4. Das jetzige Gebäude des Kindergartens wird für die anstehenden Aufgaben Jugendhaus, aber auch für die Verbesserung des Raumangebotes für Vereine und Verbände in unserer Stadt umstrukturiert und steht für diese Zwecke langfristig zur Verfügung.

Unter diesen Gesichtspunkten wird die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit den Schulen und dem Kindergarten unter Einbeziehung der Ratsgremien eine auf der vorbezeichneten Gestaltung basierende Darstellung zu erarbeiten.
Ein entsprechendes Szenario mit den verschiedenen Facetten sollte bis zum 30.03.2012 abschließend entwickelt sein.

Cathleen Schorling                                                             Dr. Christoph Lanzendörfer
CDU-Stadtratsfraktion                                                        SPD-Stadtratsfraktion



 

5 Kommentare zu Eine Antwort


Sebastian Ellinghaus

1

am 07. Februar 2012 um 11:33 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei allen Problemen im politischen Entscheidungsfindungsprozeß gibt es stets mehr als eine Perspektive, sonst wäre es kein Problem.
Bisher haben sich die Bürger aus Neubruchhausen, Bramstedt und Nordwohlde als Teil der schweigenden Mehrheit der Wahlbevölkerung in der aktuellen Frage der Umstrukturierung der Grundschulen weitgehend zurückgehalten. Allen Beteiligten sei aber versichert:
Wenn es letztlich um Entscheidungen geht, ist auch eine schweigende Mehrheit mobilisierbar.
Was will ich damit sagen? - Es hat nicht Recht, wer am lautesten protestiert, sich am auffälligsten im Ton vergreift oder einfach nur am schnellsten mit Gegenargumenten bei der Hand ist. Im jenem demokratischen Prozeß, welchen Frau Moldenhauer so trefflich beschreibt, setzen sich schlicht Mehrheiten durch. Und das ist gut so !


Dr. Christoph Lanzendörfer

2

am 01. Februar 2012 um 14:44 Uhr

Sehr geehrte Frau Meyer,
da Sie mehrfach betont haben, dass Sie persönliche Briefe wie meinen an Ihren Vater, Herrn Thrams, nicht mögen, einige offene / öffentliche Worte auf diesem Weg.
Sie fassen den Versuch einer Klärung, den Frau Moldenhauer unternommen hat, so zusammen: "Danke für ... die große Mühe, die Sie sich gemacht haben, Ihre Person ins rechte Licht zu stellen." Ob bei so viel "Kampfgeist für Ihre Person (Partei)" noch "genug Zeit für politische Arbeit" bleibe?
Können Sie uns helfen, das zu verstehen? Ist das Ihre Form des "respektvollen Umgangs", den Sie von anderen fordern? Wenn Sie etwas nicht gut finden, warum machen Sie es dann genau so?
Nach der Sitzung des Schulausschusses sprach uns eine Mutter an, deren Kind nicht zur GS Petermoor geht und die deshalb nicht an den Vorbesprechungen beteiligt war. Sie hatte eine "aggressive Grundstimmung" bei den ZuhörerInnen bemerkt, die mit der ersten Frage ausbrach. Und ich muss aus mittlerweile 3,5 Jahrzehnte langer Erfahrung sagen: Nie gab es in Bassum, auf die Dauer gesehen, in der öffentlichen Diskussion derartige Aggressionen wie bei den Besprechungen über die GS Petermoor, weder bei der Freibad-Diskussion (obwohl wir da einmal angespuckt wurden), noch bei der über die Innenstadt, die Umgehungsstraße, den NWDSB usw. Es ist fast ein Ritual: Zu Beginn der Einwohnerfragestunde wird eine Fülle von Fragen gestellt, deren Antwort offenbar niemanden interessiert. Ein Beispiel: Frau Dehne fragte, ob die Stadt nur wirtschaftlich denke. Unsere Antwort: "Ganz klar: Nein!" Dennoch stellte Ihr Vater in seinem Leserbrief die Behauptung auf, es gehe wieder nur ums Geld. Warum fragen Sie uns, wenn Sie die Antwort gar nicht zur Kenntnis nehmen? (Interessant, nebenbei, dass jetzt eine Umkehr der Argumente stattfindet. Nun heißt es, die Umlandschulen seien ja viel teurer...Jetzt geht es also ums Geld.).
Konnten wir in dieser Stimmung überhaupt vermitteln: Sollten unsere Ideen eine Mehrheit finden, dann wird kein einziges Kind von einem Standort in den anderen umgeschult werden müssen, dann wird kein einziger städtischer Arbeitsplatz an den Schulen verloren gehen (im Gegenteil sehen wir noch zusätzlichen Bedarf), dann wird kein Angebot gestrichen.
WO gute Schule gemacht wird ist zweitrangig, DASS gute Schule gemacht wird sollte unser aller Ziel sein.
Darüber können wir ja am 8.2. um 19.30 h sprechen. Bis dann, Ihr Christoph Lanzendörfer


Claudia Meyer

3

am 30. Januar 2012 um 21:28 Uhr

Fakt ist: wir werden nicht auf einen Nenner kommen-aber danke für Ihre ausführliche Antwort auf meinen kurzen Kommentar und die große Mühe die sie sich gemacht haben, ihre Person ins rechte Licht zu stellen- ich frage mich nur ob bei so viel Kampfgeist für ihre Person ( Partei) noch genug Zeit für die politische Arbeit bleibt?
Der heutige Leserbrief des Herrn aus Syke: Fehlendes Gespür- macht ja wohl noch viel deutlicher ( wie der Brief von Herrn Thrams)- wie die Wähler und Zuhörer dieser Sitzung denken- aber sicher sind sie schon dabei Stellung zu beziehen- bleibt nur zu hoffen, dass sie das übernehmen und nicht der Fraktionsvorsitzende- der die Briefe per Post an die Hausadressen schickt und von respektvollem Umgang wenig hält!!!
Hoffentlich entscheiden Menschen über die Zukunft der Petermoor Schule und nicht emotionslose Maschinen ( ihre Worte)
In diesem Sinne alles Gute für ihre Zukunft


Luzia Moldenhauer

4

am 30. Januar 2012 um 16:55 Uhr

In der Tat, liebe Frau Meyer,
Ihrem letzten Satz stimme ich voll zu: Wir sollten fair, ehrlich und höflich miteinander umgehen.

Fair wäre dann in dem Fall auch, Sie würden unsere (Ausschussmitglieder) Situation, in der wir während der Sitzung steckten, zur Kenntnis nehmen, ich verweise da nochmals auf die Geschäftsordnung, die eine Diskussion in der Einwohnerfragestunde nicht zulässt.

Fair wäre ebenfalls, uns als Menschen zu sehen und nicht als emotionslose Maschinen. Was, glauben Sie, könnte ich (und ich kann nur für mich reden) empfunden haben, als die Stimmung immer brisanter wurde? Wissend, dass ich mich nicht zur Wehr würde setzen können. Wenn ich tatsächlich meine Handschuhe von einer auf die andere Seite geräumt haben sollte – da haben Sie mich aber sehr genau beobachtet – könnten Sie das als Nervosität sehen? Wahrscheinlich fällt das schwer, weil Sie sich bereits ein Bild von mir gemacht haben.
Und das mit den (Vor-)Urteilen geht oft fix. Die Grenze zu Beleidigungen und Beschimpfungen ist dann schnell überschritten.

Ich finde mich nicht besonders mutig, dass ich hier auf dieser Seite meine Sicht der Dinge darlege. Oder glauben Sie, dass man heutzutage schon mutig sein muss, wenn man sich gegen persönliche Angriffe verteidigt?

Ehrlich ist, seine Gefühle zu zeigen. Wenn Sie also der Ansicht sind, Sie dürfen als Eltern und Lehrerinnen der Grundschule Petermoor Ihre Ängste, Befürchtungen und Zweifel lautstark und sehr emotional äußern, dann gestehen Sie uns doch bitte zu, dass wir unter dem Druck, der dort entsteht, auch emotional reagieren. In beiden Fällen mag das nicht sonderlich hilfreich für die Diskussion sein, aber das sind wir eben: Menschen. Allerdings wurde aus unseren Reihen niemand von Ihnen als arrogant, überheblich usw. bezeichnet.

Die Angriffe gegen mich persönlich will ich nicht überbewerten, ich kenne die Mechanismen, die bei solchen Gelegenheiten in Gang gesetzt werden. Mit einer Diskussion um ein Thema hat das dann nichts mehr zu tun, es geht nurmehr um persönliche Angriffe und darum, eine Person herabzusetzen. Ich hoffe nur, dass diejenigen, die sich an einem Aufheizen der Stimmung und an der Hetzerei gegen meine Person beteiligen, wissen, was sie da tun und sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Frei nach der Zeile „Die Geister, die ich rief…“

Unsere Konfrontation besteht eigentlich in unterschiedlichen Meinungen zu einem Thema. Diese Auseinandersetzung sollten wir führen, durchaus emotional, ich habe nichts dagegen, wenn wir uns für unsere Sache mit viel Energie einsetzen, aber die Argumente sollten sich am Thema orientieren, nicht an persönlichen Animositäten. Dann würden wir respektvoll miteinander umgehen, oder anders ausgedrückt: höflich.


Claudia Meyer

5

am 29. Januar 2012 um 23:54 Uhr

Ihr Verhalten den ca. 70 Zuhörern gegenüber- nein das war absolut nicht höflich- keinen Blickkontakt einem Fragestellenden Wähler zu schenken- Kopfschüttelnd da zu sitzen- mit dem Handy zu spielen- keine Antworten zu geben sondern seine Handschuhe von rechts nach links zu packen - das hätten sie ganz sicher nicht tun sollen- dafür braucht man keine Einwohnerfragestunde- wenigstens haben sie den Mut auf dieser öffentlichen Seite darauf zu reagieren- das was in diesem Brief formuliert wurde haben 70 Wähler so empfunden- bekommen die nun auch alle von dem Fraktionsvorsitzenden einen persönlich beleidigen Brief per Post nach Hause geschickt? Was sie hätten tun sollen- fair, ehrlich und höflich miteinander umgehen!


 

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